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Was sind die Hintergründe zur Etablierung des EGP?

Die Initiatoren und Begründer, das Team der IVF Zentren Prof. Zech, sehen konkreten Handlungsbedarf in Bezug auf die derzeitige Unterteilung der Frauen in sogenannte Responder-Gruppen (Low / Poor, Normal, High). Der Grund: Eine genaue und einheitliche Definition der "Responder"- Gruppen und ein ganzheitlicher Blick auf die unterschiedlichen Komponenten die eine Kinderwunschbehandlung beeinflussen können, fehlen!

Gewöhnlich werden bei den Responder-Gruppen die erwartete Anzahl gewonnener Eizellen in bestimmten Altersgruppen nach einer hormonellen Stimulation und nach der Eizellentnahme reflektiert. Die Spermienqualität, die Befruchtungsrate sowie die Entwicklungsfähigkeit der Embryonen werden dabei nicht miteinbezogen.

Für das Team der IVF Zentren Prof. Zech steht daher fest: Die Erfassung der Eizellanzahl reicht nicht aus, um den Kinderwunschpaaren aussagekräftige Prognosen über den möglichen Erfolg erstellen zu können. Was entscheidend ist, sind die weiblichen und männlichen Faktoren gemeinsam zu betrachten, und die Erfolgsprognosen gemessen an den entstandenen Blastozysten abzugeben.

Das ist das Ziel des EGP!

Warum ist die Blastozystenkultur entscheidend?

Im EGP-Standard wird das Blastozysten-Ergebnis als gemeinsamer Nenner definiert. Der Grund ist das Zusammenspiel der elterlichen Faktoren, während den ersten fünf Tagen in der Entwicklung der Embryonen. Das embryonale Genom wird erst zwischen dem 2. und 3. Tag aktiviert, und damit beginnt auch der Einfluss der väterlichen Komponenten. Da es in der Kinderwunschbehandlung häufig Fälle gibt, bei denen die Frau zwar als "Low / Poor Responder" eingestuft wird, aber trotzdem ein gutes Blastozysten-Ergebnis aufweist, ist also nicht die Anzahl der gewonnen Eizellen, sondern die der entstandenen Blastozysten relevant, um eine individuelle Erfolgsprognose erstellen zu können.

Fallbeispiele aus den IVF Zentren Prof. Zech

Um das zu erwartende Entwicklungspotential der weiblichen und männlichen Geschlechtszellen (EGP) darzustellen, wurden die unterschiedlichen Profile der Kinderwunschpaare in “below EGP”, in “EGP” und in “above EGP” unterteilt. Dabei werden unter anderem folgende Parameter zur Prognose herangezogen:

  • Alter der Paare
  • Spezifisches Stimulationsprotokoll
  • Exakte Analyse der Spermien (IMSI -Intrazytoplasmisch Morphologisch Selektierte Spermieninjektion)
  • Befruchtungsrate
  • Spezifisches Protokoll zur Blastozystenkultur
  • Hohe Qualität der Labore in den IVF Zentren Prof. Zech
  • Methode der Vitrifikation (optimales Tiefgefrieren)

Fall A: 33-jährige Frau mit 42-jährigem Mann, Oligozoospermie, sekundäre idiopathische Sterilität nach einer biochemischen Schwangerschaft.
Zyklus: 7 Eizellen gewonnen; 6 davon waren reife Eizellen; alle 6 wurden befruchtet, Fertilisierungsrate (FR) 100%; 5 Blastozysten guter Qualität am Tag 5; Transfer von 2 Blastozysten (Qualität: Bl 5BA, Bl 4AB) und Geburt eines Jungen; 3 Blastozysten wurden kryokonserviert.
Spermienanalyse: 2.6 ml; 11 Mio./ml; progressive Motilität: 57%; und IMSI Report: 8% Klasse I, 51% Klasse II, und 41% Klasse III Spermien.
Fall B: 35-jährige Frau mit 38-jährigem Mann, Teratozoospermie, primäre Sterilität bei verschlossenen Eileitern.
Zyklus: 11 Eizellen gewonnen; 10 davon waren reife Eizellen; alle wurden befruchtet (FR 100%); 1 Blastozyste (fBl c); Transfer von dieser Blastozyste; keine Schwangerschaft in diesem Zyklus.
Spermienanalyse: 3.5 ml; 18.4 Mio./ml; progressive Motilität: 55%; und IMSI Report: 0% Klasse I, 25% Klasse II, und 75% Klasse III Spermien.
Fall C: 34-jährige Frau mit 37-jährigem Mann, Querschnittslähmung mit schlechtem Samenbefund, primäre Sterilität.
Zyklus: 16 Eizellen gewonnen; 13 davon waren reife Eizellen; 12 wurden befruchtet (FR 92.3%); 5 Blastozysten (4 guter Qualität und 1 sehr niedrige Qualität); Transfer von einer Blastozyste (Bl 2AB) und Geburt eines gesunden Mädchens; 3 Blastozysten wurden kryokonserviert.
Spermienanalyse: 1 ml; 2.5 Mio./ml; progressive Motilität: 5%; und IMSI Report: 0% Klasse I, 11% Klasse II, und 89% Klasse III Spermien.

Grafik_IVF Zentren Prof. Zech_Kinderwunsch

[Klassifikation der Fälle A, B, und C in "Responder-Gruppen" gemessen an den gewonnenen Eizellen (low / poor responder: 1-8, normal responder: 9-12, high responder: >12), Befruchtungsrate FR (%) als normal klassifiziert zwischen 80-100%, und Blastozysten-Ergebnis am Tag 5 (below EGP: 1-3, EGP: 4-5, above EGP: >5) Auszug aus Zech et al., 2013.]